Geschichte

Die Burg Guttenberg gilt als eine der letzten unzerstörten Staufer-Burgen in Deutschland. Sie wurde ca. 1180 gegründet und ist heute über 800 Jahre alt, sie war immer bewohnt und ist bis heute vollständig erhalten geblieben. Seit über 550 Jahren befindet sie sich im Besitz der Freiherren von Gemmingen.

Die erste urkundliche Erwähnung der Burg Guttenberg stammt aus dem späten 13. Jahrhundert - 1296 wird die Nikolaus-Kapelle unterhalb der Burg Guttenberg erwähnt. Damals waren die Herren von Weinsberg Besitzer der Burg. Sie blieben es bis in die Mitte des 15. Jahrhunderts. Zuletzt war der königliche Erbkämmerer Conrad von Weinsberg der Burgherr. Da Conrad von Weinsberg erheblich Geldsummen an den König verlieh, die er jedoch nicht zurückerhielt und dadurch selbst in finanzielle Bedrängnis kam, sah er sich zum Verkauf der Burg genötigt.

Am St. Andreastag des Jahres 1449 kaufte Hans „der Reiche“ von Gemmingen die Burg Guttenberg für 6.000 Rheinischen Gulden von den Erben des Conrad von Weinsberg, der knapp 2 Jahre vorher gestorben war. Hans von Gemmingen war auch durch die Hochzeit mit der wohlhabenden Katharina Landschädin von Steinach in den Stand gesetzt, die Burg nicht nur zu kaufen, sondern auch in großem Umfang auszubauen.

Schon Ende 1521 schlossen sich die Herren von Gemmingen der Reformation an. In späteren Baden gehörte die Familie damit zu den ersten Anhängern der Lehre Martin Luthers. Von den Zerstörungen im Bauernkrieg und dem Dreißigjährigen Krieg blieb Guttenberg durch glückliche Umstände verschont, denn schon 1622 tobte bei Wimpfen eine große Schlacht, in deren Folge es zu zahlreichen Plünderungen und Zerstörungen kam. Auch 1689 entging Guttenberg den Brandschatzungen der französischen Truppen, die Heidelberg und viele der Neckarburgen einäscherten.

Mit der Ausrufung des Großherzogtums Baden 1806 verloren die Herren von Gemmingen ihre Herrschaftsfunktion. Sie blieben aber Eigentümer der Burg und ihrer Ländereien. Im frühen 19. Jahrhundert verbindet sich mit der Geschichte der Burg vor allem der Aufenthalt des Dichters Wilhelm Hauff, der als Hauslehrer eines Familienmitglieds wirkte. Heute ist die Burg Mittelpunkt des Familienbesitzes sowie eines der beliebtesten Ausflugsziele der Region, da sie zum Teil der interessierten Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde.